
Engagement Shooting: Lena & David

Mit erfreulichen, aber unerwartet sommerlichen Temperaturen heirateten letzte Woche Nicole & Reimund in Rhede.
Die Wettervorhersage war alles andere als sonnig und so kam es, dass ich zu meiner ersten Hochzeitsreportage viel zu warm gekleidet kam. Zum Glück bin ich nicht selbst auf den Fotos, sondern viele tolle und fröhliche Menschen, die im Garten des Hotels Residenz die Sonne, tolles Essen und ein wunderschönes Brautpaar genießen konnten.
Graffiti an der "Hall of Fame" in Neuss (16. März 2013)
Dieses Foto war ein Glückstreffer, wie er im Buche steht. Mein Neuerwerb, die Nikon D7100, wartete auf ihren ersten Außeneinsatz. Darum setzte ich mich bei einem Tagestrip nach Essen auch auf den Beifahrersitz und ließ Regina fahren. Weil ich vor allem den Autofokus testen wollte, eignete sich eine Autofahrt dazu ganz gut.
Ich war noch nicht ganz fertig mit den ersten Einstellungen, als wir die nahegelegene "Wall of Fame" erreichten – ein rund 500 Meter langer Straßenabschnitt, an dem Graffiti-Künstler ganz legal sprayen dürfen. Zugegeben habe ich bisher nur selten dort jemanden live sprayen sehen, doch diesmal war es so.
Mein Problem: Die Kamera war eigentlich noch nicht bereit. Viel zu große Blende, kein Serienmodus eingestellt, viel zu schnell unterwegs und keine Zeit mehr, um irgendwas zu ändern. Ich hielt einfach drauf und schoss dieses eine Foto bei 50 km/h aus der Seitenscheibe. Es ging so schnell, dass ich selbst durch den Sucher kaum den richtigen Bildausschnitt wählen konnte.
Ich wollte Regina schon bitten anzuhalten, um noch ein Foto schießen zu können, als ich auf dem Display dieses tolle Foto sah. Kurz in 100% die Schärfe gecheckt - astrein. Die Farben - knackig. Raus an den Rand gescrollt - ging so, aber vollkommen in Ordnung.
Und von dieser Sekunde an, hatte sich meine neue Nikon in mein Herz geschossen.
Ich bin ein extremer Tollpatsch und mache mir darum ständig Sorgen um sämtliche meiner Geräte und Daten. Nicht ohne Grund, denn mir ist es bereits gelungen mehrere Festplatten, ein iPad und ein iPhone zu schrotten, obwohl ich über die Jahre wirklich paranoid geworden bin. Zuletzt habe ich es geschafft, die CF-Speicherkarte mit allen geschossenen Silvesterfotos unlesbar zu machen (inkl. anschließend drei Tage Arbeit, um sie wiederherzustellen).
Darum überlasse ich jetzt nichts mehr dem Zufall und habe mir mittlerweile ein recht gutes Backup Konzept erarbeitet, dass nicht nur, aber auch für Fotografen gut einsetzbar ist und einem ggf. den Hals retten kann.
Das A und O der Datensicherung ist, nicht nur eine Form der Datensicherung zu nutzen. Denn wenn der seltene, aber nicht unwahrscheinliche Fall auftritt und auch diese ausfällt, sind die Daten für immer verloren.
Welche Form der digitalen Datensicherung aber ist die beste, sicherste und langlebigste. Schauen wir uns dies einmal genauer an:
Wo analoge Speichermedien, wie z.B. eine Steinplatte 100.000 Jahre überdauern, sind digitale Speichermedien eher überschaubar lange haltbar. Das größte Problem ist meines Erachtens aber nicht die geringe Haltbarkeit, sondern eher die dauernd ansteigende Menge an zu speichernden Daten. Eine Diskette konnte damals Daten verlässlich bis zu 10 Jahre archivieren, aber wer kommt heute noch mit 1,44 MB Speicher aus, wenn derzeitige Speichermedien ganze Terrabytes speichern. Der relevante Faktor ist also weniger die Langzeitkonservierung, als eine solide ständige, laufende Archivierung, welche ausgebaut und laufend ersetzt werden kann. Und bei digitalen Daten ist dies denkbar einfach.
Arbeitsrechner
Mein privates Konzept (und es mag sicher bessere geben) besteht aus verschiedenen Komponenten. Wichtig ist ein schnelles Arbeiten, ein zeitnahes Klon-Backup meiner täglichen Arbeitsdaten, eine wöchentliche Archivierung und als letzte Instanz eine Sicherung der wichtigsten Daten in einer Cloud. Von schnell zu langsam, von kurzlebig zu langlebig.
Alles beginnt mit einem schnellen, aktuellen und zeitnahem System. Mein Arbeitsrechner muss meine täglichen Aufgaben schnell und effizient erledigen. Dabei geht es weniger um eine große Speichermenge (außer beim Arbeitsspeicher), als um schnellen Speicher. Mein aktuelles System verfügt über eine Menge RAM und einem 1TB Fusion Drive, welches sich Arbeitsalltag für maximale Geschwindigkeit sorgt.
Daily Backup
Die aktuellen Daten des Tages müssen zeitnah und möglichst störungsfrei (leise und automatisiert) gesichert werden. Hierzu reicht meines Erachtens ein normaler externer Speicher. Die Arbeitsdaten müssen für mich nicht innerhalb von Sekunden gesichert werden. Hier geht es eher darum, die tägliche Arbeit wiederherstellen zu können, sollte es zu einem Datenverlust am Hauptrechner kommen. Da die Datenmengen auch hier überschaubar sind, reicht die Festplattengröße des aktuellen Arbeitsrechners als externer Speicher völlig aus. Die Time Machine von Apple macht den Rest. Für Windows-User gibt es mit Sicherheit gute Alternativen (die ich aber leider nicht kenne). Irgendwann ist aber dann auch diese Platte voll und dann weichen alte den neuen Daten. Dies ist aber nicht schlimm, denn in diesem Teil des Konzepts geht es nicht um die Langzeitarchivierung, sondern eher darum, beispielsweise Datei X von letzter Woche möglichst schnell wieder zu finden oder bei einem akuten Rechnerwechsel das System jederzeit auf den jeweils aktuellsten Stand von gestern oder heute wiederherstellen zu können.
Monthly Backup
Die erste Langzeitarchivierung wird bei mir erst in der dritten Stufe aktiv. Ein RAID-System (bei mir ein drobo) führt selbständig wöchentlich ein Backup aller von mir selektierten, relevanten Arbeitsdaten durch (Der entsprechende Ordner wird inkrementell auf den neuesten Stand gehalten, also nur geänderte Daten neu gesichert, bzw. neue Daten hinzugenommen). Es ist nicht notwendig das komplette Arbeitssystem wöchentlich neu zu archivieren, da es durch Schritt 2 jederzeit wiederherstellbar ist. So kann zu sichernde Datenmenge auf das geringste reduziert werden.
Ein weiterer Vorteil eines RAID-Systems: Es ist erweiter- und anpassbar. Beispielsweise kann mein drobo mit mindestens zwei 500 GB Festplatten betrieben werden und im Laufe der Jahre auf 4 x 4 TB erweitert werden. Das System wächst mit. Ein Nachteil: Die Übertragungsgeschwindigkeit nimmt nicht zu (Bei mir maximal USB 2.0). Mit steigernder Datengröße werden Backups im Laufe der Jahre immer langsamer. Jedoch kann ein wöchentliches Backup von mir aus gerne auch 4 Tage brauchen, da es nebenher läuft.
Cloud Backup
Die letzte Instanz ist dann das Sichern von ausgewählten, aber wichtigen Daten in der Cloud. Warum ist dies wichtig? Nun - sollte beispielsweise durch höhere Gewalt das eigene Heim dem Erdboden gleichgemacht werden, so kann es mitunter die finanzielle Existenz bedeuten, wichtige Daten auch außerhalb der Wohnung oder des Hauses zu sichern.
Ausgewählte Daten deshalb, weil es oft preislich und zeitlich nicht möglich ist all die Daten über die Leitung zu schicken, die auf einem physischen Speicher vor Ort gesichert werden. Nur so als Beispiel: Ein Foto-Job mit 400 Fotos kann - je nach Format und Pixelzahl der Fotos - schnell 10GB Daten bedeuten. Das Sichern dieser 10GB Daten auf ein Cloud-System bei Standard-DSL-Leitung von 6 MBit kann dann, bei durchlaufendem Backup ohne Unterbrechung, schnell eine komplette Woche dauern. Bei mehreren Jobs in der Woche kommt das Backup mit der Geschwindigkeit nicht mehr nach. Bei Cloud-Backups muss das Backup-Verhalten somit der verfügbaren Bandbreite angepasst werden. Sei es, dass nur wichtige, bearbeitete Fotos gesichert werden oder nur die Auswahl nach dem ersten Aussortieren eines Shootings.
Es mag mit Sicherheit bessere, noch sichere und schnellere Methoden geben. Vielen Sicherheitsfanatikern mag die Cloud als einziges Speichermedium außer Haus nicht sicher genug sein. Nur zum Vergleich: Bei großen Hollywood-Produktionen existieren teilweise bis zu 5 Kopien des Rohmaterials an verschiedenen Orten. Wer die Möglichkeit oder Geduld dazu hat, kann dies natürlich gern tun, doch in meinem Fall reicht die Cloud völlig aus.
Bei unseren Flitterwochen in den USA im Oktober 2012 hatte ich natürlich auch meine Kamera dabei. In den 14 Tagen sind damit um die 3000 Fotos entstanden. Grund genug für einen ausführlichen Reisebericht mit weniger Text und vielen Bildern. Viel Spaß!
Christin und ich wurden von einer guten Freundin zusammengeführt. Über die Umstände und Erfahrungen des Shootings habe ich ja schon in meinem letzten Blogpost berichtet. Darum verliere ich heute nicht allzu viele Worte, denn die ersten Fotos sind bearbeitet und ich bin mit den Ergebnissen zufrieden. Unten findet ihr also die Fotos der ersten Reihe. Mehr folgen bald.
Mein letzter Blogartikel ist nun schon einige Zeit her. Zugegebenermaßen hatte ich einiges zu tun - ein größeres Projekt in der Agentur und die ein oder andere glückliche Fügung, die plötzlich und unverhofft zu meinem ersten Studio-Shooting geführt hat. Von letzterem möchte ich heute berichten.
Zunächst stellte mir ein guter Freund sein Studio zum Üben zur Verfügung. Da der Mietvertrag aber zum Februar auslief, blieb mir nur die Möglichkeit, die Gelegenheit sofort zu nutzen oder es ganz zu lassen. In der gleichen Zeit meldete sich dann über eine weitere gute Freundin auch noch ein potentielles Model. Sie brauchte Bewerbungsfotos und hatte auch sonst Lust auf ein Shooting - und ich wollte üben. Diese beiden Gelegenheiten führten dann zur glücklichen Fügung und ich sagte beides zu.
Das ganze war so spontan, dass mir gerade mal drei Tage Vorbereitungszeit blieben. Ich musste in dieser Zeit vom Status "Keine Ahnung" hin zu "möglichst professionell" kommen, um vor Ort nicht komplett zu versagen. Also las ich mir fleißig die Bedienung von Blitzgeräten an, recherchierte mögliche Licht-Setups und verinnerlichte einige Posen (die allesamt später Käse waren). Alles in Allem fühlte ich mich letztlich zwar nicht wie ein hilfloser Trottel, aber ich war dennoch ein wenig nervös. Ich machte so ziemlich alles zum ersten Mal, bis auf das Fotografieren selbst. Darum hatte ich mir auch als Beistand einen Assistenten gewählt, der ein wenig weiter war als ich selbst und der zur Not eingreifen könnte, wenn der Fotograf anfangen würde den Verstand zu verlieren.
Im Studio
Christin, mein erstes Model, wusste von meinem "ersten Mal". Ich bin damit von Anfang an offen umgegangen. Wir kannten uns nicht und ich wollte ihr keine falschen Hoffnungen machen. Sie war glücklicherweise sehr locker und ich hatte während des Shootings manchmal das Gefühl, dass so manche Situation mit anderen Models eher peinlich hätten werden können. Auch war sie offen für Experimente, brachte eine Menge unterschiedlicher Kleidung und Styles mit, so dass wir relativ frei und vielseitig testen konnten.
Nachdem das Licht nach ca. einer Stunde so eingestellt war, wie ich mir das vorgestellt hatte, beschlossen wir doch noch einmal die Seite zu wechseln. Also nochmal alles von vorne. ;-)
Letztlich hatten wir dann aber das perfekte Licht gefunden, um damit Shooten zu können. Die ersten Schüsse gingen mir auch recht locker von der Hand, doch merkte ich schnell, dass die Fotos immer dann am besten aussahen, wenn ich Christin keine Anweisungen gab. Ich denke, das kann ich bedenkenlos auf meine fehlende Erfahrung schieben. Ich habe keine Ahnung von Posen oder wie Menschen stehen müssen, damit es gut aussieht (Ich arbeite aber dran).
Ich beschränkte mich dann auf die relativ einfachen Anweisungen, wie "mehr Spannung im Rücken" oder "etwas mehr drehen". Der Rest funktionierte ohne mich auch ganz gut. Die Pflichtfotos waren nach ca. 2 Stunden im Kasten und danach haben wir uns einfach mit viel Spaß durch ihr mitgebrachtes Kleidungssortiment gearbeitet und dazu verschiedene Posen ausprobiert. Insgesamt entstand so ein breites Spektrum an Fotos. Angefangen vom klassischen Business-Style, über den edlen Abendkleid-Stil bis hin zum lockeren Freizeit-Look.
Die Fotos befinden sich seitdem in der Bearbeitung. Zum Einen habe ich versucht für mich einen Workflow zu entwickeln, mit dem ich auch zukünftig effektiv Portraits bearbeiten kann und zum anderen ist das erste Mal letztlich doch immer etwas ganz besonderes und man möchte alles so gut wie möglich hinbekommen.
Insofern danke ich Christin an dieser Stelle noch einmal sehr. Wir beide waren uns aber ohnehin einig, dass es nicht beim ersten Mal bleiben wird. Insofern werden wir uns wieder sehen...
Und damit ihr auch etwas davon habt, hier mal ein erster Shot vom Tag. Es folgen weitere, sobald ich mit der Bearbeitung durch bin.
Ich zeig ja gerne was ich so vor die Linse kriege. Und auch wenn ich in meinem ersten Blogartikel den sozialen Medien kritisch gegenüber trete, so muss ich mich dahingehend korrigieren, als das tolle Momente natürlich grundsätzlich erst mal auf allen Wegen präsentiert werden können - auch in sozialen Medien. Es ist lediglich die Bedeutung des Moments, die darüber entscheidet, ob Facebook und Co das vermitteln können, was man möchte, oder ob der Moment selbst einfach zu wertvoll ist, bzw. ihn andere überhaupt als genau so besonders empfinden können, als man es selbst tut.
Für Fotografen ist es in der heutigen Zeit vielleicht sogar essentiell ihre Werke in diesen Medien zu präsentieren, da sie sich auf diesem Wege entsprechend schnell verbreiten und es somit eine kostengünstige und schnelle Art der Eigenwerbung sein kann. Jedoch bin ich der Meinung, dass es auch in der Fotografie eine Art Privatsphäre gibt, die ich nicht nach Außen tragen möchte. Ohnehin selbstverständlich gilt dies in der professionellen Fotografie für Kundenfotos. Selbst wenn der Kunde einer Veröffentlichung zugestimmt hat, gibt es Momente, die eine große Intimität ausstrahlen. Ich habe schon Fotos gesehen, die so wertvoll waren, dass sie durch Facebook und Co. einfach nur kaputt gemacht werden können.
Aber für die vielen anderen Fotos da draußen gibt es natürlich auch spezielle Social Networks mit dem Fokus Fotografie, die diese mehr oder weniger gut präsentieren und / oder deren Verbreitung fördern können. Mit viel Glück ist mit einem guten Foto auch kurzfristig ein kleiner Hype möglich, wenn es von vielen Kollegen durch Likes und Bewertungen entsprechend gehuldigt wird.
Hier eine kleine Übersicht der drei wichtigsten Social Networking Plattformen für Fotografen. Eure Lieblingsplattformen könnt ihr mir gern im Kommentarbereich mitteilen.
500px (500px.com)
500px ist das Mekka für Fotografen. Hier finden sich zu 80% herausragende Fotos. Eigene Fotos können hochgeladen und auf der Pattform auch verkauft werden. Fotos anderer User können geliket, favorisiert und kommentiert werden.
Es handelt sich jedoch bei 500px um eine reine Fotografenplattform. Erfolg ist nur wenigen glücklichen Fotos und Fotografen gegönnt. Neulinge haben es sehr schwer Fuß zu fassen. Um überhaupt einen Chance zu haben, dass die eigenen Werke bemerkt werden, muss entweder Werbung in eigener Sache erfolgen, oder einer Menge 500px-Usern gefolgt werden - in der Hoffnung, dass einige zurück folgen und damit die eigene potentielle Reichweite steigt.
Fazit: Optisch schöne Plattform, um sich unter Kollegen zu bewegen, aber zu mühselig um sich Reputation aufzubauen.
Pinterest (pinterest.com)
Pinterest ist ein in Deutschland noch unterschätztes soziales Netzwerk, dessen Hauptfokus weniger auf Kommunikation, als auf visuelle Impressionen liegt. Fotos von Produkten, Kunst, Mode, Menschen, usw. sind in diesem Netzwerk sehr einfach zu finden und durchzublättern. Durch die einfache und schnelle Möglichkeit, selbst neue Inhalte in das Netzwerk zu spielen, ist Pinterest eine gute Basis um eigene Fotos zu streuen. Die Verbreitung wird anhand von Tags seitens Pinterest gefördert. Wie genau dieser Algorithmus funktioniert ist mir jedoch noch nicht klar. Ich selbst nutze es mehr zu Inspirationszwecken, als zur Streuung meiner Fotos.
Fazit: Gerade, wenn die eigenen Fotos kategorisiert und getaggt werden, sind sie relativ gut und schnell auffindbar. Da Pinterest jedoch darauf abzielt, möglichst viele Bilder zu Kategorien anzuzeigen, wird es mitunter schwierig auffällig genug zu sein. Allerdings hatte ich mit dem ein oder anderen Foto auch schon gute Zahlen.
Facebook (facebook.com)
Über DAS Social Network lassen sich natürlich auch wunderbar Fotos verbreiten. Es ist nicht umsonst seit Jahren Fotosharing-Service Nummer 1 und hat kürzlich mit dem Kauf von Instagram durchaus bewiesen, dass sie auch zukünftig Marktführer auf dem Gebiet bleiben wollen. Die neue Open Graph Suche hilft beim Suchen nach Fotos mehr denn je, doch das Feature ist noch nicht online und somit bleibt abzuwarten, wie es den Erfolg beeinflussen kann.
Facebook hat einige Vorteile gegenüber der beiden oben genannten Networks. Legen Fotografen eine Facebook-Unternehmensseite an, haben sie bereits einen sehr großen Verbreitungsgrad ihrer Fotos, sofern sie selbst für ein paar Besuche sorgen. Und wenn der gewünschte Verbreitungseffekt nicht von selbst eintritt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diesem mit etwas Kleingeld nachzuhelfen.
Ein weiterer Vorteil ist, dass in facebook eine breite Masse an Mitgliedern angemeldet ist - und eben nicht nur Fotografen. Fotos lassen sich somit relativ gut auf Zielgruppen abstimmen.
Fazit: Wenn es ein Fotograf ernst meint, kommt er heutzutage nicht mehr ohne Facebook aus. Die Vermarktungsmöglichkeiten sind immens und für kleines Geld kann oft schon eine große Wirkung erzielt werden.
”Cloud Attack" in Valley of Fire, Nevada, USA (13. Oktober 2012)
Viele Fotografen haben Blogs. Ich bin nicht naiv. Ich bin natürlich nur einer von Vielen und sicherlich auch nicht der Letzte, nicht der Schlechteste und garantiert auch nicht der Beste. Doch letztlich geht es ja bei einem Blog erst einmal nur darum, dass man selbst etwas zu zeigen hat. Und wie man es sich bei einem Blog mit dem Fokus Fotografie denken kann, habe ich tatsächlich was zu zeigen.
Darum suche ich euch in unregelmäßigen Abständen etwas aus meinem bisherigen Portfolio raus und erzähle die Geschichte zum Bild.
Und das erste Foto in dieser Reihe heißt "Cloud Attack".
Es entstand im Oktober in unseren Flitterwochen an der Westküste der USA im Valley of Fire. Am Tag zuvor waren wir bei Regen in Las Vegas angekommen. Bei 10 Tage Regen auf ein Jahr in Nevada, schon eine Menge Pech. Doch des Einen Pech ist des Anderen Glück. Das wolkige Wetter begleitete uns auch am nächsten Tag noch, als das Valley of Fire auf unserem Plan stand. Auslassen wollten wir den Ausflug aber auch nicht.
Da wir ohnehin mit dem Mietwagen unterwegs waren und das Valley nur eine Stunde von Las Vegas entfernt ist, wagten wir es trotzdem. Und es lohnte sich. Nicht nur habe ich eine ganze Menge atemberaubender Fotos geschossen, wir hatten auch letztlich kaum Regen und einen ständigen spannenden Mix aus blauem Himmel auf der einen, und dramatisch gewittrigen auf der anderen Seite. Auf unserem Rückweg von der Fire Wave (siehe Foto des ersten Blogposts), umschlossen sich dann plötzlich die "bösen" Wolken um einen kleinen Felsblock, der mitten in der Landschaft stand. Da Kamera und Stativ eh die ganze Zeit bei mir waren, konnte ich diese dramatische Szene sofort festhalten. Das Foto stellte sich hinterher als eines der tollsten Bilder des Urlaubs heraus, da es die Schönheit dieses Nationalparks mit diesem seltsamen Wetterschauspiel verbindet, welches uns an diesem Tag begleitete. Nichts, was man so schnell wieder vergisst.
Ein wenig technischer Hintergrund:
Das Foto wurde mit Blende 11 und einer Belichtung von 1/200, mit ISO 100 geschossen. Zum Einsatz kam mein Ultraweitwinkel von Sigma (10-20mm), wobei ich die 10mm komplett nutzte, um so viel wie möglich von Wolken und Landschaft auf den Sensor zu bekommen.
Es ist 2013. Ein Jahr, von dem ich früher immer dachte, dass wenn ich es erreichen würde, es sehr weit in der Zukunft sein würde. Und das ist auch so. Aus Sicht derer, die "Zurück in die Zukunft" noch als Kind geschaut haben, ist es definitiv die Zukunft. Denn in 2 Jahren ist die Zukunft aus dem Film ja schließlich schon Vergangenheit.
So etwas deprimiert natürlich. Nicht weil das Jahr bald erreicht ist, sondern auch, weil unsere Autos noch lange nicht fliegen können.
Doch halten wir einfach mal fest - es ist eigentlich die Zukunft in der wir heute leben. Wir fragen uns ständig - was kommt morgen und was war gestern? Niemand fragt sich, was jetzt gerade passiert. Zumindest tun wir dies immer weniger.
Wie denn auch? Es passiert so unglaublich viel. Und es passiert alles live - im Netz sind wir quasi überall auf der Welt dabei. So viele Bilder, Eindrücke, Gefühle, Gedanken. Und all das sollen wir noch bewusst erleben können? Dass unsere Köpfe dabei nicht explodieren ist fast ein Wunder. Und darum halten alle Momente jetzt einfach aus Prinzip für die Ewigkeit fest - jeden Scheiß. Wichtig oder nicht. Denn schließlich können wir selbst fast schon nicht mehr erkennen, was ein guter Moment überhaupt ist. Google und Facebook sind also ständig dabei - und entscheiden nebenbei bequemerwwise noch für uns, was wichtig ist. Denn nur das, was sie für wichtig erachten, wird auch unseren Freunden präsentiert.
Ist das alles nicht traurig? Ich finde es traurig!!! Es fehlt uns an so vielen Dingen und das Einfachste von allem lassen wir ständig an uns vorbeiziehen. Und es passiert so schnell, dass ich morgen schon nicht mehr weiß was gestern war. Und selbst wenn Facebook es für mich speichert, hab ich nicht mehr das Gefühl, dass ich wirklich dabei war. Es fühlt sich nicht mehr echt an. Eben weil ich es gar nicht wirklich bewusst erlebt habe.
2012 war mein Schlüsseljahr der Erinnerungen. Ich habe in diesem Jahr so viele wundervolle Eindrücke bewusst ins Gehirn eingebrannt. Momente voller Freude, Euphorie, Spaß, Wärme und Liebe. Und das Wenigste davon findet ihr auf meiner Facebookseite.
All diese Momente hatten etwas gemeinsam. Immer machte es
*klick*
Und das nicht nur sprichwörtlich. Nein, auch geräuschmäßig. Die besten Momente 2012 habe ich meistens bewusst fotografiert oder fotografieren lassen. Nicht mit so einer blöden Handy-iPhone-schnell-angemacht-und-zack-Knipse, nein. Ich habe mir dabei Gedanken gemacht, wie ich diese Situation so festhalte, dass mir das eine Bild für alle Zeit hilft, mich wieder bewusst an diese Situation erinnern zu können. Mit allen Gefühlen, Eindrücken und allen Sinnen, die daran beteiligt waren.
Zugegeben. Dies fiel mir anfangs schwer, aber mit der Zeit immer leichter. Und nach einem kompletten Jahr habe ich es sogar geschafft, nicht nur meine eigenen Momente festzuhalten, sondern auch ein paar der Momente anderer Menschen. Bilder bei denen sie sagen, dass es der Moment war.
Und DAS waren Momente, in denen es kribbelte. Momente, die mir extrem viel gegeben haben. Seitdem bin ich süchtig. Süchtig nach diesen Momenten und ständig auf der Suche. Für mich und für andere. Verpasse ich sie bin ich sauer, finde ich sie freue ich mich. Und drücke ich dann den Auslöser bin ich glücklich.
Wenn ich sie dann Zuhause von der Kamera auf den Mac kopiert habe und sie anschaue suche ich das eine Bild wieder. Und meistens finde ich es. Es ist dann dieses eine Bild, bei dem es funkt. Das mich lächeln lässt.
Und dann kommt es immer wieder - das Kribbeln.
”The Fire Wave" in Valley of Fire, Nevada, USA (13. Oktober 2012)





















