Irland 2013 - Tag 2: Dublin

Leinster House

Ich schlug die Augen auf und es war hell - sonnig hell. Der Wetterbericht kündigte einen warmen Tag an. Schon mal beste Voraussetzungen. 

Nun ging es also los. Was wird uns alles erwarten, was würden wir zu sehen bekommen? Klar war, dass der Tag anstrengend werden würde, da ich vom Autofahren erst mal die Nase voll hatte. Allerdings macht Dublin mit dem Auto auch kaum Sinn. 

Mein erstes irisches Frühstück war ganz okay (Ich wusste es ja damals noch nicht besser). Voller Tatendrang und neugierig starteten wir unsere Erkundung der irischen Hauptstadt - mit dem kleinen Tagesziel eine tolle Bar für die Übertragung des Champions-League-Finales zu finden.  

Dublin Viking Splash Tour

Da die meisten Sehenswürdigkeiten Dublins relativ zentral liegen, war es kein Problem die Stadt zu Fuß zu erkunden. Aso marschierten wir los. Am Rande des ersten Parks (Merrion Square) kam uns dann auch schon der erste Touristenbus entgegen. Die gelben Vikingerschiffe sind eine ziemlich präsente (und laute) Attraktion zur Erkundung der Stadt per Straße und Wasser. Die Teilnehmer werden dazu animiert zu grölen und seltsame Laute von sich zu geben. Wir verzichteten auf diese Attraktion.

Goverment Buildings

In einer der Straßen zwischen den Parks traf ich auf den ersten Straßenmusiker. Ein Saxofonist, der gar nicht so schlecht spielte und sich prompt für einen kleinen Obulus von mir portraitieren ließ.

Merrion Row

Digges Street Upper

Die wichtigsten Punkte der Stadt hatten wir im iPhone gespeichert und steuerten mutig per Fußgänger-Navi darauf zu. Schnell, effizient und möglichst gradlinig. So kamen wir schnell an den Goverment Buildings, der Kirche der Unitatier, zur Grafton Street und damit auch zum Parlamentsgebäude, der Bank of Ireland und letztlich dem Trinity College. Auf die berühmte Bibliothek verzichteten wir jedoch. Das Wetter war zu gut, um sich drei Stunden anzustellen.  

Trinity College Campus

Trinity College

Trinity College

In dieser Ecke geschah es auch, dass wir auf der Hauptstraße an einem Pub vorbei kamen, der sowohl Gelb-Schwarz, als auch Rot-Weiß geschmückt war. Und nach kurzer Begehung beschlossen wir, dass wir unseren Pub für das Finale gefunden hatten. Noch war es allerdings sehr früh - wir würden später dorthin zurückkehren.

The Spire

Wir spazierten weiter in Richtung O'Connell Street, über die Brücken hin zum "Spire", Dublins großer Stecknadel und der längsten Skulptur der Welt. Dort beobachteten wir einige verkehrstechnische Probleme, mit denen Dublin anscheinend täglich konfrontiert wird. Mietwagen biegen einfach mal auf die rechte, statt der linken Spur ab und müssen dann mühevoll von Einheimischen wieder umgeleitet werden. 

Radfahrer leben noch gefährlicher. Wir selbst beobachteten einen schweren Unfall auf der O'Connel Street, bei der ein Radfahrer angefahren wurde. Es ist und bleibt ein heißes Pflaster, dieses Dublin.

Temple Bar District 

Dort drehten wir, machten einen Schlenker durch den Temple Bar District (reichlich unspannend am Tage) und wanderten, vorbei an der City Hall, in Richtung Dublin Castle, welches leider geschlossen war. 

City Hall

Lediglich über Umwege konnte man sich zumindest in der hinteren Parkanlage ein wenig in die Sonne legen und den Studenten beim Lernen zuschauen. Anschließend ging es, vorbei am der Christ Church Cathedral, zur St. Patricks Cathedral. Und als wir beschlossen, dass wir damit im Grunde alles Wichtige gesehen hatten, wollten wir uns zurück zum Hotel begeben, um uns für den Fußballabend noch einmal umzuziehen.

Dublin Castle Gardens

Ab dem Zeitpunkt begann unser Navi leicht zu spinnen, denn es führte uns nicht nur die falsche Richtung, es zeigte uns auch eine Bank an, wo gar keine war und führte uns darüber hinaus in die völlig falsche Richtung. Letztlich irrten wir noch gute 1 1/2 Std durch den Süden Dublins, bis wir zu allem Überfluss auch noch am falschen Hotel ankamen. Müde gelaufen und etwas angesäuert erreichten wir nach einer weiteren halben Stunde das richtige, nachdem wir uns jedoch noch durch eine größere Masse Rugby-Fans wühlen mussten, die auf dem Weg zum nahegelegenen Stadion war. Am frühen Abend sollte dort ein wichtiges Spiel zwischen den zwei irischen Countys Ulster und Leinster stattfinden. 

Soweit so gut. Wir waren nun erst einmal ziemlich platt und ruhten uns ein wenig aus. Wir hatten keine Eile, wollten aber rechtzeitig zum Pub, da dieser keine Tischreservierungen mehr für den Abend annahm und uns geraten wurde, früh zu kommen und einen Platz zu sichern. Das taten wir dann auch. Und aus pragmatischen Gründen ließ ich für den Fußballabend ausnahmsweise mal die Kamera Zuhause. Ein wenig schade, denn den Temple Bar District im Abendlicht hätte ich gerne noch "mitgenommen".  

Warum in Irland Bed & Breakfast einfach das größte ist, warum sich Spontaneität auszahlen kann und warum man die Öffnungszeiten von Sehenswürdigkeiten unbedingt vorher recherchieren sollte, all das beantworte ich im nächsten Logbuch für Tag 3.

Daniel Edlauer

Neuss, Neuss, Germany

Wedding & Portrait Photographer | Lust for Life | Always on the run for the perfect shot.