Irland 2013 - Tag 3: Von Dublin nach Enniskerry

An Tag 3 planten wir mit dem Auto die etwas abgelegeneren Sehenswürdigkeiten Dublins anzusteuern. Abgelegen fand ich super, denn dann müsste ich mich nicht mit den bekloppten Fahrern in Dublins Innenstadt messen.  

So stand als erstes das ehemalige Gefängnis Kilmainham Gaol auf dem Plan. Die interessante Führung liefert eine Menge geschichtlichen Background, da das Gefängnis in einer Zeit erbaut wurde, in der Irland von einer großen Hungersnot beherrscht wurde.

Kilmainham Gaol

Kilmainham Gaol

Gleichzeitig wurde mit dem „neuen Gefängnis“ (wie es auf „Gälisch“ heißt) auch neue Konzepte verfolgt. Das Kilmainham Gaol war eines der ersten Gefängnisse mit Einzelzellen, regelmäßigen Mahlzeiten und Freigängen. Dies hatte zur Folge, dass rund um Dublin in der schweren Zeit immer mehr mittellose Menschen Verbrechen begingen, um ins Gefängnis zu „dürfen“.

Kilmainham Gaol

Der Rundgang dauerte seine Zeit, so dass danach zeitlich nur noch ein kurzer Ausflug in den Pheonix Park und zum Wellington Monument drin war.

Kilmainham Gaol

Dann starteten wir auch schon unseren Road Trip in Richtung Südosten der Insel. Wo wir landen würden wussten wir nicht und es war uns auch egal. Wir tippten als ersten Zwischenpunkt das kleine Städtchen Enniskerry ins Navi, welches als besonders schön gilt und einige Sehenswürdigkeiten um sich herum besitzt. 

Auf dem Weg kamen wir an Ballybrack vorbei, welches in südlicher Richtung der nächste Sandstrand von Dublin aus bietet. Dieser war jedoch alles andere als schön, weshalb wir relativ schnell weiterfuhren. Den ersten Blick aufs Meer versuchten wir danach auch wieder zu löschen um den Kopf für den nächsten „ersten“ Meerblick wieder freizumachen.

Wir kamen dann auch relativ schnell in Enniskerry an und rauschten mitten in irgend ein buntes und sehr herzliches Stadtfest (da Enniskerry recht klein ist, könnte man es auch Straßenfest nennen). Später erfuhren wir, dass es sich um ein „Gathering“ handelte. Ein traditionelles, irisches Fest, bei dem die Bewohner der Stadt ihre Verwandten zu sich einladen, die mit der Zeit zum Arbeiten in die größeren Städte der Insel umgezogen sind. Also auch ein sehr herzlicher Anlass.

Enniskerry "Gathering"

Enniskerry People

Schnell parkten wir den Wagen und mischten uns unters Volk. Dabei entdeckten wir nach einiger Zeit ein kleines, sehr süßes Café mit dem Namen „Kennedy‘s of Enniskerry“.  Alles an dem Laden war sehr liebevoll und detailreich und da die Angestellten auch total sympathisch waren fragte ich, ob ich ein paar Fotos schießen dürfte. Und das war natürlich kein Problem.

Kennedy's of Enniskerry

Kennedy's of Enniskerry

Kennedy's of Enniskerry

Kennedy's of Enniskerry

Kennedy's of Enniskerry

Kennedy's of Enniskerry

Der Kaffee war dann der beste, den wir in den folgenden zwei Wochen bekommen sollten. Iren sind halt Teetrinker und verstehen nichts von Kaffee. Hier war es anders, doch das wissen wir erst heute zu schätzen. Wir fühlten uns so pudelwohl, dass wir beschlossen im Ort zu übernachten. Kurz umgeschaut machte ein kleines Haus mit einer roten Türe auf sich aufmerksam. Das kleine Schild „B&B“ ließ schon Hoffnung aufkommen.

Ferndale B&B, Enniskerry

Ein schneller Blick auf TripAdvisor (mit einer irischen Simkarte, die ich am Vortag in Dublin besorgt hatte) zeigte uns für das Haus mit der roten Türe 4 1/2 von 5 Sternen Bewertung an - ein Volltreffer. Wir zahlten und wechselten die Straßenseite. Kurze Zeit später kam ein Mann aus dem Haus, den wir als Besitzer ausmachten und der uns prompt ins Haus und direkt in ein schnuckeliges freies Zimmer führte. Ein Zimmer, dass wir in einem Hotel so vermutlich nicht bekommen hätten. So detailverliebt und persönlich habe ich vorher noch nie geschlafen. Wir hatten wirklich das Gefühl nicht einfach „irgendwo“ zu übernachten. Und wir hatten im Gefühl, dass die Qualität dieser B&Bs so bleiben würde.

Ferndale B&B, Enniskerry

Gemeinsam mit seiner Frau unterhielten wir uns kurze Zeit später über die möglichen Sehenswürdigkeiten im Umkreis von Enniskerry. Das angekündigte schlechte Wetter im Kopf rieten sie uns auch aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit dazu schnell zu handeln, da vieles gegen 17 Uhr schließt. 

Eine viertel Stunde später standen wir schnaufend im Powerscourt House, dessen Gärten wir uns anschauen wollten. Nicht nur war der Preis recht hoch - der Eingang wurde uns aufgrund unserer zweiminütigen Verspätung komplett verwehrt. Da half auch kein Betteln bei der dafür zuständigen Dame. Unser erstes Erlebnis mit einer Touristenattraktion war also ein voller Erfolg. Wir drehten etwas geknickt um und latschten den Weg zurück. Auf dem Weg konnten wir einen Bruchteil dessen erhaschen, was der Ausblick vom Haus aus gewesen wäre.

Blick auf Sugarloaf Mountain, Enniskerry

Enniskerry

Unten angekommen stiegen wir ins Auto und fuhren einfach spontan zu einer Attraktion ohne Öffnungszeiten - dem Sugarloaf Mountain - ohne zu wissen, ob man ihn besteigen kann. Man konnte - und so wanderten wir auf unseren ersten kleinen Berg Irlands, um von oben mit offenem Mund die große Aussicht zu bestaunen, die dieser uns bot. 

Enniskerry

Blick vom Sugerloaf Mountain

Wie auf den Fotos zu sehen zogen allerdings recht schnell einige dunkle Wolken über dem Berg auf. Wir vermuteten, dass uns der angekündigte Regen bald erreichen würde und blieben darum keine Ewigkeiten auf dem Berg. Jedoch haben wir den Ausblick sehr genossen, waren froh noch etwas schönes geschafft zu haben und vergaßen aufgrund der Aufregung des Tages sogar noch etwas zu Abend zu essen. 

Anschließend fielen wir ziemlich platt ins Bett, lauschten noch den letzten Abbauarbeiten des Festes und schliefen ruhig und seelig ein.

Kann man in Irland eigentlich auch gut Pizza essen? Was ist dran an dem Gerücht mit den Schafen in Irland? Und wo bleibt das typisch irische Regenwetter? Bisher hatten wir ja nur Sonne. All diese Fragen gibt es im nächsten Logbuch-Eintrag. 

 

Daniel Edlauer

Neuss, Neuss, Germany

Wedding & Portrait Photographer | Lust for Life | Always on the run for the perfect shot.