Irland 2013 - Tag 6: Mizen, Sheep‘s Head und Healy Pass

Das Frühstück im Atlantic Shore war ein Traum. Unser Reiseführer hatte es prophezeit und wir wurden nicht enttäuscht. Irisches Frühstück, frisches Brot (was die Iren darunter verstehen), Toast, Obst und selbstgemachte Quarkbecher mit frischem Obst - alles was das Herz begehrte tischte uns Maggie auf. Und dabei in einer Ruhe und Fröhlichkeit, die uns das Herz aufgehen ließ. Maggie liebt ihren Job und das merkt man. Wir waren wohl ein besonders süßes Pärchen, weshalb wir von ihr nur mit „Darlings“ angesprochen wurden. 

Frisch ausgeschlafen und mit vollem Bauch starteten wir den für mich spannendsten Teil der bisherigen Reise - die Halbinseln. Gespannt war ich vor allem auf die kleineren, unbekannteren Halbinseln und natürlich darauf zu erfahren, ob der Ring of Kerry seinen Ruhm wert ist.

 

Mizen Halbinsel

Die südlichste Halbinsel heißt Mizen. Sie hat eine nördliche, kleine Schwester, die aber namenlos ist, soweit ich weiß. Wir begannen also am südlichsten Punkt und steuerten den Zipfel an - Mizen‘s Head. 

Was uns direkt autfiel - es wurde auf einmal noch viel grüner. So gut wie alles war von Gras überzogen. Alle Berge - grün. Selbst an Stellen, an denen ich es nicht erwartet hätte. 

Auf dem Weg kamen wir dann an einer weiteren Steinformation vorbei. Diese soll wohl eine Art Altar gewesen sein. Schon lustig, was in Irland so am Wegesrand zu finden ist.

 

Mizen Halbinsel

Steinformation auf Mizen Halbinsel

Und wenige Kurven später erreichten wir plötzlich die Karibik. Ein zwei Kilometer breiter Sandstrand, türkisblaues Meer und dazu ein blauer Himmel. Ein Bild für die Götter. 

Natürlich parkten wir sofort und machten uns auf einen kleinen Spatziergang zum Strand auf.

Strand auf Mizen Halbinsel

Strand auf Mizen Halbinsel

Lustigerweise hatten wir an einem der entlegensten Ecken Irlands vollsten Internetempfang. Also eine günstige Gelegenheit um mal kurz einen Facebookpost abzusenden.

Strand auf Mizen Halbinsel

Oder wie Regina, einfach mal die Sonne zu genießen. Glücklicherweise war es in der kleinen Bucht so windstill, dass man problemlos im T-Shirt rumlaufen konnte. Nur das Wasser war leider etwas zu kalt zum Schwimmen.

Strand auf Mizen Halbinsel

Schafe am Sheep's Head

Der Mizen‘s Head selbst soll sehr hügelig sein, doch davon erfuhren wir nichts, weil das Areal hinter dem Touristenzentrum Eintritt kostet (ca. 6 EUR). Das war uns dann zu zweit doch ein wenig zuviel des Guten und wir beschlossen es einfach auf den anderen 4 Halbinseln zu versuchen. Irgend ein Zipfel wird ja hoffentlich kostenfrei begehbar sein. 

Und siehe da - nur eine kleine Mini-Halbinsel konnten wir am Sheep‘s Head frei am Zipfel der Insel herumlaufen und uns auf die gefährlichen Klippen setzen, von denen aus es viele Meter tief direkt ins Meer geht.

 

Sheep's Head

Sheep's Head

Der Sheep‘s Head forderte unsere Geduld und unsere ganze Konzentration. Denn auf dem Rückweg hatten wir uns verlaufen und die einstündige Wandertour verdreifachte sich... Dazu mussten wir Absperrungen überklettern, Warnhinweise ignorieren und ein Moor durchqueren. Begleitet wurden wir am Sheep‘s Head von… Schafen. Der Name macht dem Ort also alle Ehre. Letztlich kamen wir dann irgendwann, nach langer Zeit, müde aber erleichtert am Auto an. 

Vor uns lag nun zum Glück wieder etwas Autofahrt. Das nächste Highlight auf der Route lag auf der Beara Halbinsel - der Healy Pass, der die Halbinsel von Süd nach Nord durchquert. Nach vielen, vielen Kurven und Windungen erreicht man au südlicher Richtung kommend irgendwann den höchsten Punkt des Passes. Und wenn sich es anschließend wieder abwärts geht, bleibt einem schlichtweg die Spucke weg.

Healy Pass

Healy Pass

Healy Pass

Noch nie habe ich eine so unwirkliche, unglaubliche und malerische Aussicht erlebt. Wir hatten ein bisschen das Gefühl in einem Gemälde gelandet zu sein. Diesen Anblick werde ich nicht vergessen... Schon alleine deswegen nicht, weil wir den Healy Pass auch wieder in die andere Richtung zurückgefahren sind, weil ich ihn eine Stunde später noch einmal fotografieren wollte (Immer auf der Suche nach dem besten Licht).

Wir waren erst spät wieder zurück in Bantry. Auf dem Weg ging bereits die Sonne unter und zeigte sich in einem tollen Farbenspiel über dem Ausläufer des Meeres.

Ist der Ring of Kerry seinen Ruf wert? Lohnt sich die Fahrt? Was findet sich jenseits der berühmten Halbinseln, dem Mekka Irlands?  

Daniel Edlauer

Neuss, Neuss, Germany

Wedding & Portrait Photographer | Lust for Life | Always on the run for the perfect shot.