Irland 2013 - Tag 8: Von Killarney nach Kilkee

Nach dem unglaublich schönen Tag auf den südlichen Halbinseln lag die für mich spannendste noch vor uns. Im Vorfeld wurde meine Erwartungshaltung aufgrund von Erzählungen aufs Äußerste getrieben. Es war die Halbinsel Dingle, in die ich meine Hoffnung legte, mir den Atem zu rauben.

Doch es kam wie es kommen musste. Bisher eigentlich mit gutem Wetter gesegnet sah ausgerechnet dieser Tag alles andere als gut aus. Das Wetter kam mit Ansage und es hatte epische Ausmaße.

Dingle

Die Sichtweite betrug teilweise nur wenige Meter - Was wir von Dingle sehen konnten war im Grunde nichts. Meine Laune war auf dem Tiefstand, zumal wir im Zeitplan ein wenig zurück lagen und ich wusste, dass wir uns einen zweiten Tag in der Umgebung nicht leisten konnten. 

Ein Zwischenstopp am Lake Annascaul zeigte das Ausmaß des Verderbens.

Lake Annascaul

Aber wir hatten keine Alternative - wir mussten unseren Plan durchziehen, denn das hatten wir vor der Reise so beschlossen. Also war nur die Flucht nach vorn möglich. Und siehe da - mit jedem Meter, den wir zurücklegten wurde das Wetter etwas besser. 

Als wir in der Stadt Dingle ankamen war zumindest der Nebel weg und die Wolken brachen ab und an auf. Es reichte jedoch nicht, um uns mit einer Bootstour auf die Suche nach Funghi zu machen - dem Delfin, der es sich seit einiger Zeit in der Bucht von Dingle gemütlich macht.

Dingle

Wir beschlossen der Insel mehr Zeit zu widmen, da wir ahnten, dass sich das Wetter vielleicht wirklich noch verbessern könnte. Und das tat es. Als wir uns dem Kopf der Insel näherten war am Horizont bereits wieder blauer Himmel zu erkennen und ich konnte endlich wieder lachen.

Dingle

Dingle

Dort genehmigten wir uns dann erst einmal einen Kaffee in einem kleinen Café, in dem eine Frau Bilder rahmte. Sie hatte alle Zeit der Welt, unterbrach für uns ihre Arbeit, um uns einen gewohnt großen Pott Kaffee zuzubereiten, mit dem wir anschließend erst mal eine Zeit lang beschäftigt waren. In der Zeit rahmte sie eifrig weiter ihre Bilder. 

Dingle 

Dingle

Dingle - Dunmore Head 

Am Dunmore Head konnte man fast von Bombenwetter sprechen. Der Kopf der Insel mündet in einem kleinen Hügel, den wir als interessant und hoch genug empfanden um ihn besteigen zu wollen. Einige Meter später fanden wir uns jedoch an einem abgesperrten Bereich wieder und der Head selbst sollte wohl nicht bestiegen werden... Kurzum: Wir taten es trotzdem. Und wir waren nicht die Einzigen. Vor allem aber begleiteten uns wieder einige Schafe. 

Dingle - Dunmore Head

Der Blick von Oben belohnte den Aufwand mit einem 360-Grad-Rundumblick der besonderen Art. Wir blieben auch recht lang dort oben und genossen die Aussicht und den sich aufklarenden Himmel.

Dingle - Dunmore Head

Dingle - Dunmore Head

Dingle - Dunmore Head

Der Rückweg führte uns wieder nach Dingle und von dort wollten wir den legänderen Connor Pass befahren, der die Insel von Nord nach Süd durchfahren lässt. Dadurch verzichteten wir auf einen großen Teil der Insel, was der Pass selbst jedoch wieder gut machte. Erneut konnten wir Landschaften wie auf Gemälden mit den eigenen, ungläubigen Augen betrachten.

Connor Pass

Connor Pass

Connor Pass

Das Wetter blieb zum Glück relativ beständig. Zumindest war kein Nebel oder Regen mehr in Sicht. Doch ließen Probleme der organisatorischen Art den Tag letztlich so chaotisch enden, wie er begann. Eigentlich war der Plan mit der Fähre von Tabert nach Kilrush überzusetzen, damit wir uns den rund 2 Stunden langen Weg außen herum sparen konnten. Doch wir verpassten die Fähre um wenige Minunten. Das alleine war ärgerlich. 

Doch aus irgend einem höheren Grund fuhr die sonst halbstündig ablegende Fähre in der Stunde unserer Ankunft nicht. In dieser war dann eine Stunde lang Pause, statt 30 Minuten. Nun lohnte sich natürlich für den Preis von 20 EUR das Warten mal überhaupt nicht, wenn der Weg mit dem Auto nur eine halbe Stunde länger dauern würde. Also drehten wir um und umfuhren die 130 km lange Bucht für eine Fähre, die eine Strecke von 5km zurückgelegt hätte. 

So kamen wir letztlich etwas KO in Kilkee an. Und damit erreichten wir den etwas rauheren Teil der westlichen Seite. Die Zeit reichte gerade noch so aus, um nach dem Einchecken in unserem bisher schlechtesten B&B, noch zum West End zu fahren und im Sonnenuntergang die gewaltigen Cliffs zu bestaunen.

 

Kilkee Cliffs

Kilkee Cliffs

Kilkee Cliffs

Was erwartet uns an den berühmten Cliffs of Moher? Wo ist Irland gar nicht so grün? Und was passiert mir wohl, wenn ich einen waschechten Iren finde, der sich von mir portraitieren lassen will?

Daniel Edlauer

Neuss, Neuss, Germany

Wedding & Portrait Photographer | Lust for Life | Always on the run for the perfect shot.