Social Networks für Fotografen

Ich zeig ja gerne was ich so vor die Linse kriege. Und auch wenn ich in meinem ersten Blogartikel den sozialen Medien kritisch gegenüber trete, so muss ich mich dahingehend korrigieren, als das tolle Momente natürlich grundsätzlich erst mal auf allen Wegen präsentiert werden können - auch in sozialen Medien. Es ist lediglich die Bedeutung des Moments, die darüber entscheidet, ob Facebook und Co das vermitteln können, was man möchte, oder ob der Moment selbst einfach zu wertvoll ist, bzw. ihn andere überhaupt als genau so besonders empfinden können, als man es selbst tut.

Für Fotografen ist es in der heutigen Zeit vielleicht sogar essentiell ihre Werke in diesen Medien zu präsentieren, da sie sich auf diesem Wege entsprechend schnell verbreiten und es somit eine kostengünstige und schnelle Art der Eigenwerbung sein kann. Jedoch bin ich der Meinung, dass es auch in der Fotografie eine Art Privatsphäre gibt, die ich nicht nach Außen tragen möchte. Ohnehin selbstverständlich gilt dies in der professionellen Fotografie für Kundenfotos. Selbst wenn der Kunde einer Veröffentlichung zugestimmt hat, gibt es Momente, die eine große Intimität ausstrahlen. Ich habe schon Fotos gesehen, die so wertvoll waren, dass sie durch Facebook und Co. einfach nur kaputt gemacht werden können.

Aber für die vielen anderen Fotos da draußen gibt es natürlich auch spezielle Social Networks mit dem Fokus Fotografie, die diese mehr oder weniger gut präsentieren und / oder deren Verbreitung fördern können. Mit viel Glück ist mit einem guten Foto auch kurzfristig ein kleiner Hype möglich, wenn es von vielen Kollegen durch Likes und Bewertungen entsprechend gehuldigt wird.

Hier eine kleine Übersicht der drei wichtigsten Social Networking Plattformen für Fotografen. Eure Lieblingsplattformen könnt ihr mir gern im Kommentarbereich mitteilen.

500px (500px.com)

500px ist das Mekka für Fotografen. Hier finden sich zu 80% herausragende Fotos. Eigene Fotos können hochgeladen und auf der Pattform auch verkauft werden. Fotos anderer User können geliket, favorisiert und kommentiert werden.

Es handelt sich jedoch bei 500px um eine reine Fotografenplattform. Erfolg ist nur wenigen glücklichen Fotos und Fotografen gegönnt. Neulinge haben es sehr schwer Fuß zu fassen. Um überhaupt einen Chance zu haben, dass die eigenen Werke bemerkt werden, muss entweder Werbung in eigener Sache erfolgen, oder einer Menge 500px-Usern gefolgt werden - in der Hoffnung, dass einige zurück folgen und damit die eigene potentielle Reichweite steigt.

Fazit: Optisch schöne Plattform, um sich unter Kollegen zu bewegen, aber zu mühselig um sich Reputation aufzubauen.

Pinterest (pinterest.com)

Pinterest ist ein in Deutschland noch unterschätztes soziales Netzwerk, dessen Hauptfokus weniger auf Kommunikation, als auf visuelle Impressionen liegt. Fotos von Produkten, Kunst, Mode, Menschen, usw. sind in diesem Netzwerk sehr einfach zu finden und durchzublättern. Durch die einfache und schnelle Möglichkeit, selbst neue Inhalte in das Netzwerk zu spielen, ist Pinterest eine gute Basis um eigene Fotos zu streuen. Die Verbreitung wird anhand von Tags seitens Pinterest gefördert. Wie genau dieser Algorithmus funktioniert ist mir jedoch noch nicht klar. Ich selbst nutze es mehr zu Inspirationszwecken, als zur Streuung meiner Fotos. 

Fazit: Gerade, wenn die eigenen Fotos kategorisiert und getaggt werden, sind sie relativ gut und schnell auffindbar. Da Pinterest jedoch darauf abzielt, möglichst viele Bilder zu Kategorien anzuzeigen, wird es mitunter schwierig auffällig genug zu sein. Allerdings hatte ich mit dem ein oder anderen Foto auch schon gute Zahlen.

Facebook (facebook.com)

Über DAS Social Network lassen sich natürlich auch wunderbar Fotos verbreiten. Es ist nicht umsonst seit Jahren Fotosharing-Service Nummer 1 und hat kürzlich mit dem Kauf von Instagram durchaus bewiesen, dass sie auch zukünftig Marktführer auf dem Gebiet bleiben wollen. Die neue Open Graph Suche hilft beim Suchen nach Fotos mehr denn je, doch das Feature ist noch nicht online und somit bleibt abzuwarten, wie es den Erfolg beeinflussen kann. 
Facebook hat einige Vorteile gegenüber der beiden oben genannten Networks. Legen Fotografen eine Facebook-Unternehmensseite an, haben sie bereits einen sehr großen Verbreitungsgrad ihrer Fotos, sofern sie selbst für ein paar Besuche sorgen. Und wenn der gewünschte Verbreitungseffekt nicht von selbst eintritt, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diesem mit etwas Kleingeld nachzuhelfen. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass in facebook eine breite Masse an Mitgliedern angemeldet ist - und eben nicht nur Fotografen. Fotos lassen sich somit relativ gut auf Zielgruppen abstimmen. 

Fazit: Wenn es ein Fotograf ernst meint, kommt er heutzutage nicht mehr ohne Facebook aus. Die Vermarktungsmöglichkeiten sind immens und für kleines Geld kann oft schon eine große Wirkung erzielt werden. 

 

Daniel Edlauer

Neuss, Neuss, Germany

Wedding & Portrait Photographer | Lust for Life | Always on the run for the perfect shot.