halbinseln

Irland 2013 - Tag 7: Von Bantry nach Killarney

Von Bantry aus hatten wir am Vortag die drei unteren Halbinseln fast vollständig umfahren können. Nun lag die größte und bekannteste der Halbinseln vor uns. Wir waren gespannt. Zum Einen, ob der Ring of Kerry seinen Ruf halten kann und zum anderen, wie schlimm es um den Tourismus steht. 

Doch zunächst gerieten wir wieder eher überraschend in eine der schönsten Ecken Irlands. Durch die Abkürzung an der Halbinsel Baera vorbei (welche wir ja am Vortag schon besucht haben), überquerten wir den Caha Pass. Dort führte der Weg hoch über die westlichen, irischen Berge und bot wieder einmal imposante Ausblicke. Wir merkten, dass uns diese Pässe in Irland mit am besten gefielen. Sie waren bisher stets ein Highlight.

Caha Pass

Caha Pass

Caha Pass

Caha Pass

Auf Google Street View (in Irland sehr detailliert) fiel mir diese Brücke auf, die ich unbedingt besuchen wollte. Sie war eines der Schmuckstücke, die man entdeckt, wenn man nicht immer die größten Straßen befährt, sondern auch mal abbiegt, wenn es scheinbar keinen Sinn macht. Sie war letztlich auch das Tor zum Ring of Kerry, der direkt in der der Brücke beginnt.

Kurz gesagt: Es ist okay. Der Ring of Kerry bietet nicht mehr oder bessere Ausblicke als die anderen Halbinseln. Die Straßen sind auch nicht besser ausgebaut, doch aufgrund der Zulassung für größere Fahrzeuge die am meist besuchteste Stelle der Insel. 

Die Zahl der Touribusse hielt sich jedoch in Grenzen. (Im Vergleich zu manch anderer irischer Sehenswürdigkeit).

Genug malerische Szenerie bietet auch der Ring of Kerry. Allerdings, wie auf dem Foto zu sehen, dann leider vermurkst, indem man Wohnmobile, an einer sonst eher karibisch angehauchten Bucht, parken lässt. Das tut dann einfach in der Seele weh.

 Durch seine Abwechslung in der Höhe bietet der Ring of Kerry an einigen Stellen mehr Tiefe. So wird Irland mit seinen vielen unterschiedlichen Grüntönen besonders in Szene gesetzt. 

Ring of Kerry

Ring of Kerry

Nachdem wir den Ring of Kerry umfahren hatten, landeten wir shcon recht früh am Tag am Tagesziel - dem Killarney National Park. Doch das hatte seinen Sinn, denn wir wollten in jedem Fall auch noch etwas Zeit in dem Park verbringen, spatzieren gehen und die Ruhe genießen. Leider sagte der Wetterbericht wieder Regen vorher, so dass wir uns etwas beeilen mussten, um noch genug Sonne vom Tag zu kriegen. 

In mir kam gleichzeitig ein wenig Groll auf, denn für den nächsten Tag stand eigentlich mein Highlight auf dem Programm. Die Halbinsel Dingle. Doch im Regen würde sie wohl nicht den besten Eindruck machen und so machte ich mir Sorgen wohl das Beste verpassen zu müssen.

Killarney Nation Park - Friars Glen B&B

Wir erreichten Killarney und suchten uns im südlichen Teil, fern ab vom Tourismus, ein tolles B&B. Es war hart an unserer finanziellen Schmerzgrenze, doch die Abgeschiedenheit und Ruhe, sowie der strategische gute Startplatz für den Besuch des Nationalparks war sein Geld allemal wert. 

Und so starteten wir, nach einer kurzen Einweisung unserer Gastmutter den rund eine Stunde langen Rundweg, wie sie meinte. Die erste Station sollte ein Wasserfall sein. 

Wie immer, wenn man einen Wasserfall sucht und ihn nicht sieht, hört man ihn scheinbar ständig. „Irgendwo da hinten“ rauscht es immer. Mal stärker, mal schwächer. Und so liefen wir ca. 45 Minuten, was uns seltsam vorkam, denn wir wechselten nicht die Richtung und der gesamte Weg sollte ja schließlich nur eine Stunde dauern. Entweder wir hatten uns verlaufen, oder die Iren wandern grundsätzlich nur mit Düsenantrieb.

Killarney National Park

Letztlich fanden wir ihn und er war zum Glück einer der schönen Sorte. Der Weg hatte sich also schon mal gelohnt. Doch wie ging es nun weiter? Und vor allem wo? Die Dame im B&B hatte doch nur von einer Stunde gesprochen. Und ihre Aufzeichnungen auf der Karte machten uns auch nicht schlauer. 

Irgendwie entschieden wir uns dann mit Hilfe von GPS und iPhone für eine nicht ganz so lang aussehenden Route... Vorbei am See zum Muckross Haus. Dort hatten wir einen traumhaften Blick auf den See und ich kam aus dem Fotografieren nicht mehr heraus.

Killarney National Park

Killarney National Park

Killarney National Park

Killarney National Park

Letztlich besuchten wir noch die Muckross Abbey - wieder eine alte, 700 Jahre alte Abtei, mitten in einem Friedhof. Ein Ort, den man Nachts eher nicht besucht. Imposant war vor allem der Kreuzgang, ein quadratisch angelegter Gang, in dessen Mitte eine große Eibe steht.

Muckross Abbey

Muckross Abbey

Muckross Abbey

Die Halbinsel Dingle gilt als schönster Fleck Irlands. Was erwartet uns am schönsten Teil der Insel? Was macht man, wenn man eine Fähre nur knapp verpasst? Warten oder selbst losfahren? All das im nächsten Teil der Reise. Wir nähern uns der Halbzeit.

Irland 2013 - Tag 6: Mizen, Sheep‘s Head und Healy Pass

Das Frühstück im Atlantic Shore war ein Traum. Unser Reiseführer hatte es prophezeit und wir wurden nicht enttäuscht. Irisches Frühstück, frisches Brot (was die Iren darunter verstehen), Toast, Obst und selbstgemachte Quarkbecher mit frischem Obst - alles was das Herz begehrte tischte uns Maggie auf. Und dabei in einer Ruhe und Fröhlichkeit, die uns das Herz aufgehen ließ. Maggie liebt ihren Job und das merkt man. Wir waren wohl ein besonders süßes Pärchen, weshalb wir von ihr nur mit „Darlings“ angesprochen wurden. 

Frisch ausgeschlafen und mit vollem Bauch starteten wir den für mich spannendsten Teil der bisherigen Reise - die Halbinseln. Gespannt war ich vor allem auf die kleineren, unbekannteren Halbinseln und natürlich darauf zu erfahren, ob der Ring of Kerry seinen Ruhm wert ist.

 

Mizen Halbinsel

Die südlichste Halbinsel heißt Mizen. Sie hat eine nördliche, kleine Schwester, die aber namenlos ist, soweit ich weiß. Wir begannen also am südlichsten Punkt und steuerten den Zipfel an - Mizen‘s Head. 

Was uns direkt autfiel - es wurde auf einmal noch viel grüner. So gut wie alles war von Gras überzogen. Alle Berge - grün. Selbst an Stellen, an denen ich es nicht erwartet hätte. 

Auf dem Weg kamen wir dann an einer weiteren Steinformation vorbei. Diese soll wohl eine Art Altar gewesen sein. Schon lustig, was in Irland so am Wegesrand zu finden ist.

 

Mizen Halbinsel

Steinformation auf Mizen Halbinsel

Und wenige Kurven später erreichten wir plötzlich die Karibik. Ein zwei Kilometer breiter Sandstrand, türkisblaues Meer und dazu ein blauer Himmel. Ein Bild für die Götter. 

Natürlich parkten wir sofort und machten uns auf einen kleinen Spatziergang zum Strand auf.

Strand auf Mizen Halbinsel

Strand auf Mizen Halbinsel

Lustigerweise hatten wir an einem der entlegensten Ecken Irlands vollsten Internetempfang. Also eine günstige Gelegenheit um mal kurz einen Facebookpost abzusenden.

Strand auf Mizen Halbinsel

Oder wie Regina, einfach mal die Sonne zu genießen. Glücklicherweise war es in der kleinen Bucht so windstill, dass man problemlos im T-Shirt rumlaufen konnte. Nur das Wasser war leider etwas zu kalt zum Schwimmen.

Strand auf Mizen Halbinsel

Schafe am Sheep's Head

Der Mizen‘s Head selbst soll sehr hügelig sein, doch davon erfuhren wir nichts, weil das Areal hinter dem Touristenzentrum Eintritt kostet (ca. 6 EUR). Das war uns dann zu zweit doch ein wenig zuviel des Guten und wir beschlossen es einfach auf den anderen 4 Halbinseln zu versuchen. Irgend ein Zipfel wird ja hoffentlich kostenfrei begehbar sein. 

Und siehe da - nur eine kleine Mini-Halbinsel konnten wir am Sheep‘s Head frei am Zipfel der Insel herumlaufen und uns auf die gefährlichen Klippen setzen, von denen aus es viele Meter tief direkt ins Meer geht.

 

Sheep's Head

Sheep's Head

Der Sheep‘s Head forderte unsere Geduld und unsere ganze Konzentration. Denn auf dem Rückweg hatten wir uns verlaufen und die einstündige Wandertour verdreifachte sich... Dazu mussten wir Absperrungen überklettern, Warnhinweise ignorieren und ein Moor durchqueren. Begleitet wurden wir am Sheep‘s Head von… Schafen. Der Name macht dem Ort also alle Ehre. Letztlich kamen wir dann irgendwann, nach langer Zeit, müde aber erleichtert am Auto an. 

Vor uns lag nun zum Glück wieder etwas Autofahrt. Das nächste Highlight auf der Route lag auf der Beara Halbinsel - der Healy Pass, der die Halbinsel von Süd nach Nord durchquert. Nach vielen, vielen Kurven und Windungen erreicht man au südlicher Richtung kommend irgendwann den höchsten Punkt des Passes. Und wenn sich es anschließend wieder abwärts geht, bleibt einem schlichtweg die Spucke weg.

Healy Pass

Healy Pass

Healy Pass

Noch nie habe ich eine so unwirkliche, unglaubliche und malerische Aussicht erlebt. Wir hatten ein bisschen das Gefühl in einem Gemälde gelandet zu sein. Diesen Anblick werde ich nicht vergessen... Schon alleine deswegen nicht, weil wir den Healy Pass auch wieder in die andere Richtung zurückgefahren sind, weil ich ihn eine Stunde später noch einmal fotografieren wollte (Immer auf der Suche nach dem besten Licht).

Wir waren erst spät wieder zurück in Bantry. Auf dem Weg ging bereits die Sonne unter und zeigte sich in einem tollen Farbenspiel über dem Ausläufer des Meeres.

Ist der Ring of Kerry seinen Ruf wert? Lohnt sich die Fahrt? Was findet sich jenseits der berühmten Halbinseln, dem Mekka Irlands?