Was ist ein Klein­ge­werbe?

Defi­ni­tion: Was ist ein Klein­ge­werbe?

Bei einem Klein­ge­werbe han­delt es sich um ein Gewerbe, dass im gerin­gen Umfang han­delt und darum nicht im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist. Dies wird im Han­dels­ge­setz­buch gere­gelt. Die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung hin­ge­gen wird im UstG gere­gelt und kann von allen Star­tups in Anspruch genom­men wer­den, die die jewei­li­gen Vor­aus­set­zun­gen erfül­len. Wann die Unter­neh­mung die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung in Anspruch neh­men kann, dass ent­schei­det sein Umsatz.

Die Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung nach § 19 UstG1

Klein­un­ter­neh­mer dür­fen im vori­gen Kalen­der­jahr die Umsatz­grenze von 17.500 EUR nicht über­stie­gen haben und im lau­fen­den Kalen­der­jahr 50.000 EUR nicht über­stei­gen. Ein­fach gesagt bedeu­tet dies, dass du so lange Klein­un­ter­neh­mer blei­ben kannst, bis du zum ers­ten Mal den 17.500 EUR Jah­res­um­satz über­schrei­test. In dem Fall lohnt sich dann aber rich­tig Gas zu geben, denn in die­sem Fall kannst du im glei­chen Jahr dann bis zu 50.000 EUR umsatz­steu­er­frei umset­zen. Und das ist eine echte Haus­num­mer, bevor du dann im nächs­ten Jahr die Umsatz­steuer abfüh­ren musst.

Die Rege­lung besagt auch, dass du im drit­ten Jahr eine Ist-Ver­steue­rung vor­neh­men kannst. Das bedeu­tet das du erst dann Steu­ern abfüh­ren musst, wenn du diese auch ein­ge­nom­men hast und nicht, wenn du die Rech­nung gestellt hast.

Rechts­form & Anmel­dung

Bei der Rechts­form hast du freie Aus­wahl. Willst du Frei­be­ruf­ler wer­den musst du kein Gewerbe anmel­den. Du musst ledig­lich dem Finanz­amt mel­den, dass du eine frei­be­ruf­li­che Tätig­keit aus­üben möch­test. In allen ande­ren Fäl­len musst du aller­dings schon ein Gewerbe anmel­den, gemein­sam mit der Angabe der Rechts­form. Anschlie­ßend wird das Gewer­be­amt deine Anmel­dung dem Finanz­amt mit­tei­len. Das Finanz­amt sollte sich dann bei dir mel­den.

Buch­hal­tung & Umsatz­steuer

1. Ein­kom­mens­steuer

Buch­füh­rung als Klein­ge­werbe ist wirk­lich ein­fach. Als Betrei­ber eines Klein­ge­wer­bes ist näm­lich keine dop­pelte Buch­füh­rung nötig. Das bedeu­tet, du machst eine ein­fa­che Ein­nahme-Über­schuss­rech­nung und ver­steu­erst nur das Ein­kom­men, dass du auch erzielt hast. Hier­bei reicht es, wenn du eine chro­no­lo­gi­sche Auf­lis­tung aller Ein­nah­men und Aus­ga­ben beim Finanz­amt ein­reichst. Die Dif­fe­renz ist dem­nach dein Gewinn oder Ver­lust.

2. Rech­nung & Umsatz­steuer

Wenn du von der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung Gebrauch machst, darfst du auf dei­nen Rech­nun­gen keine Umsatz­steuer auf­füh­ren. Du kannst diese dem­nach auch nicht ein­neh­men und musst sie nicht ans Finanz­amt abfüh­ren. Natür­lich musst du trotz­dem die Umsatz­gren­zen und Frei­be­träge beach­ten und für das nächste Jahr ent­spre­chend pla­nen. Auf dei­nen Rech­nun­gen muss ver­merkt sein, dass du von der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung nach § 19 UstG Gebrauch machst.

Kos­ten für Klein­ge­werbe im Monat

Meis­tens hat man als Klein­ge­wer­be­be­trei­ben­der erst­mal keine so hohen lau­fen­den Kos­ten im Monat. Ggf. hier und da Kos­ten für Wer­bung oder Ein­rich­tungs­kos­ten. Eine Visi­ten­karte und einen PC soll­test du dir anschaf­fen. Und am bes­ten auch eine Web­site auf der du dich und dein Geschäft/Business zeit­ge­mäß digi­tal vor­stellst. Außer­dem fal­len natür­lich die Kos­ten für die Gewer­be­an­mel­dung und even­tu­elle Hand­werks- oder Han­dels­kam­mern an, sofern du kein Frei­be­ruf­ler bist. Diese vari­iert von Ort zu Ort.

Fort­lau­fende Kos­ten sind fol­gende:

- Berufs­haft­plicht­ver­si­che­rung
- Recht­schutz­ver­si­che­rung
- Tele­fon & Inter­net
- Strom und Was­ser
- Ggf. Kfz-Steuer und Ver­si­che­rung sowie Tank­kos­ten
- Even­tu­ell Steu­er­be­ra­ter­kos­ten

Das kann natür­lich vari­ie­ren, je nach Tätig­keit.

Steu­er­erklä­rung

In der Regel schickst du jeden Monat deine Auf­lis­tung zu dei­nem Steu­er­be­ra­ter und die­ser führt über deine Kos­ten und Ein­nah­men Buch. Am Anfang des Jah­res berech­net er dann dein zu ver­steu­ern­des Ein­kom­men des Vor­jah­res. Hier wir auch dein haupt­be­ruf­li­ches Ein­kom­men ein­ge­rech­net, falls du nur neben­be­ruf­lich selb­stän­dig bist. Viele beschäf­ti­gen sich selbst mit der Steuer. Dies würde ich nur emp­feh­len, wenn du in einem Fami­lien- oder Freun­des­kreis jeman­den hast, der sich damit aus­kennt und dem du die ein oder andere Frage stel­len kannst. Aller­dings berech­net ein Steu­er­be­ra­ter sei­nen Preis nach Auf­wand. Und der wird ver­mut­lich bei 17.500€ Umsatz nicht wirk­lich groß sein. Sehr emp­feh­lens­wert ist große Inves­ti­tio­nen zum Start abzu­schrei­ben. Durch die Abschrei­bun­gen ver­rin­gerst du näm­lich deine jähr­li­che Steu­er­last.

Fazit

Ein Klein­ge­werbe oder der Gebrauch von der Klein­un­ter­neh­mer­re­ge­lung nach § 19 UstG macht auf jeden Fall Sinn, wenn du zum Start nur wenige Kun­den haben wirst, oder dein Unter­neh­men neben­her auf­bauen möch­test. Beachte aber unbe­dingt, dass du nicht nur einen ein­zi­gen Kun­den über das Jahr betreust, denn sonst könn­test du einer Schein­selb­stän­dig­keit beschul­digt wer­den, was unan­ge­nehme recht­li­che Kon­se­quen­zen haben kann.

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